Volley Amriswil ist Cupsieger

«Dieser Titel bedeutet mir mehr als jener in Frankreich»

02.04.2017

Volley Amriswil hat den Cupfinal gegen Biogas Volley Näfels nach einem Steigerungslauf 3:1 (23:25, 25:21, 25:13, 25:15) gewonnen. Amriswils Aussenangreifer Adrien Prével zeigte einen formidablen Aufritt mit 14 Punkten. Der 30 Jahre alte Franzose spricht über den Schlüsselmoment im Klassiker, über sein nächstes Ziel und über sein spezielles Hobby.

Wie eine Sprungfeder: Amriswils Adrien Prével (Zweiter von rechts) zeigt einen überragenden Block. (Bilder: Markus Foerster)

Gratulation zum Cupsieg! Hätten Sie nach dem verlorenen ersten Satz gedacht, dass es in den Durchgängen 2, 3 und 4 so leicht gehen würde?
Adrien Prével: Nicht unbedingt. Beide Teams kennen sich aus unzähligen Duellen ganz genau. Näfels tritt jedes Mal stärker auf. Der Gegner begann sehr stark und machte am Service enorm Druck. Es war nicht einfach, leichte Punkte einzufahren. Wir fanden erst gegen Satzende zu unserem Spiel, als wir einige Sachen verändert haben. Danach spielten wir geduldig weiter. Uns kam entgegen, dass Näfels nicht mehr so stark servierte wie zu Beginn der Partie.

Was war im Cupfinal der Schlüssel zum Erfolg?

Wir steigerten uns im Zusammenspiel zwischen Block und Feldabwehr sowie im Sideout-Spiel. Ab zweitem Satz konnten wir auch mit dem Service Druck ausüben. Joshua Howatson, Sébastien Steigmeier und Jérôme Fellay avancierten zu gewaltigen Aufschlägern – sie zerstörten das Aufbauspiel der Näfelser.

Was bedeutet Ihnen der Cupsieg?
Ich habe nun zum zweiten Mal in meiner Karriere einen Titel gewonnen. 2012 gewann ich mit Tours die französische Meisterschaft. Dieser Titel mit Amriswil bedeutet mir aber mehr als jener in Frankreich. In Tours gehörte ich nicht der Stammformation an. Übrigens: Ich spielte damals mit dem Schweizer Passeur Cédric Hominal zusammen (Hominal verlor in der vergangenen Saison mit Lausanne UC den Playoff-Final gegen Volley Amriswil, die Red.). In der Vorsaison stand ich mit dem belgischen Klub Antwerpen auch schon im Cupfinal. Wir verloren das Spiel jedoch.


Netzwerker: Adrien Prével (links) ist mit den Fingerspitzen dran.

War die Équipe Tricolore nie ein Thema für Sie?
Nein, dafür war ich zu wenig gut (schmunzelt). Ich entschied mich für ein Studium. Ich habe Journalismus studiert.

Was würde der Journalist Prével den Volleyballer Prével unbedingt fragen?
Eine gute Frage (lacht herzhaft und denkt lange nach). Also, ich würde ihn fragen, was sein nächster Schritt sein werde?

Nur sie kennen die richtige Antwort.

Am kommenden Donnerstag reisen wir nach Lausanne, wo das erste Spiel im Rahmen des Playoff-Halbfinals stattfindet. Unser Ziel ist es, diese Partie zu gewinnen.

Ihr Teamkollege Howatson hat uns verraten, dass Sie ein spezielles Hobby haben. Welches denn?

Früher spielte ich gerne Golf. Jetzt fehlt mir die Zeit dazu. Volleyball und meine bald zweijährige Tochter haben oberste Priorität. Leider wohnen sie noch bei der Familie in Paris. Aber was sagte Howatson?

Howatson sagte, dass Sie all Ihre Energie auf dem Feld einsetzen.
Oh, da hat er vollkommen recht. Für mich ist Volleyball keine Arbeit, sondern eine Show. Das sehen meine Teamkollegen genauso. Wenn wir auf dem Feld stehen, geniessen wir den Auftritt. Wir sind rundum glücklich. Deshalb wollen wir unsere Gefühle dem Publikum zeigen.

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