Hélios VS Basket ist Schweizer Meister

Tränen nach dem Titel

14.05.2017

Nach dem Gewinn des Schweizer-Meister-Titels gehen die Emotionen bei den Spielerinnen von Hélios VS Basket hoch.

Emotionaler Moment: Swiss-Basketball-Präsident Giancarlo Sergi überreicht Sarah Kershaw die Meistertrophäe.

Es ist ein berührendes Bild in der St. Leonhard-Halle in Freiburg: Die Basketballerinnen von Hélios VS Basket eilen nach der Schlusssirene zur Familie der vor sieben Wochen im Alter von 23 Jahren verstorbenen Mitspielerin Nadège Clément. «Wir haben den Titel für Nadège gewonnen. Sie ist sicher stolz auf uns», sagt Kapitänin Sarah Kershaw. Die Augen der 32 Jahre alten Flügelspielerin füllen sich mit Tränen. «Nadège war wie eine kleine Schwester für mich. Nach ihrem Tod wollte ich unbedingt ihr Trikot mit der Nummer 13 überstreifen. So lebt sie in unserem Team weiter», sagt die englisch-schweizerische Doppelbürgerin nach dem 66:59 (20:6, 20:13, 13:24, 13:16)-Erfolg in der Finalissima gegen Gastgeber Elfic Freiburg. Kershaw, die 13 Punkte zum Sieg beigesteuert hat, feiert ihren siebten Schweizer-Meister-Titel. «Ich erlebe gerade den emotionalsten Moment in meiner Karriere. Das war mein letztes Spiel in der NLA. Ich trete zurück», sagt die langjährige Schweizer Nationalspielerin. Nach ihrem Physiotherapie-Studium möchte sie beruflich ein neues Kapitel aufschlagen.

16 von 21 möglichen Titeln

Auch Erik Lehmann kann seine Tränen nach der gewonnenen Finalserie (3:2-Siege) nicht zurückhalten. Der Trainer von Hélios VS Basket wendet sich über das Hallenmikrofon an die Zuschauer. Er fordert die Fans auf, eine Minute lang der Verstorbenen Nadège Clément zu gedenken – und zu applaudieren. «Ich wollte nicht, dass eine Schweigeminute abgehalten wird», sagt der 57 Jahre schweizerisch-französische Doppelbürger. Um anzufügen: «Der Tod von Nadège hat das Team noch mehr zusammengeschweisst. Sie war eine Teamleaderin. Seit sieben Wochen spielen wir mit viel Energie vor allem für sie.»

Lehmann führte sein Ensemble zum sechsten Schweizer-Meister-Titel in Folge. Seit er bei Hélios VS Basket tätig ist, also seit 2010, gewann er mit dem helvetischen Branchenleader 16 von 21 möglichen Titeln – eine bemerkenswerte Ausbeute. Nach seinem Erfolgsrezept gefragt, sagt Lehmann: «Zuerst braucht es ein gutes Team. Dann aber ist es unabdingbar, dass die Spielerinnen dem Gegner stets mit Respekt begegnen. Mit dieser Einstellung haben wir in den vergangenen sieben Jahren nur wenige negative Überraschungen erlebt.» Noch ist nicht klar, ob Lehmann beim Walliser Klub weitermachen wird. «Mein Engagement bei Hélios hängt auch davon ab, wie das Kader in der neuen Saison zusammengesetzt wird. Priorität hat aber mein Beruf», sagt Lehmann, der in einem 50-Prozent-Pensum als Sportlehrer angestellt ist.

Der 25-Punkte-Vorsprung schmolz dahin

Qualifikationssieger Elfic Freiburg musste im entscheidenden Spiel auf Teamleaderin Alexia Rol verzichten. Die Aufbauspielerin hatte sich in der vierten Begegnung der Finalserie den linken Ellenbogen ausgekugelt. Das Handicap erwies sich als zu gross. Hélios VS Basket dominierte das Geschehen von Beginn weg, lag zwischenzeitlich gar mit 25 Punkten voraus (46:21). Dann aber liess der Druck des Titelverteidigers nach. Die Elfinnen kamen bis auf vier Punkte heran (51:55, 53:57). Mobiliar-Topskorerin Marielle Giroud – sie überzeugte als Power Forward mit 25 Punkten – erklärt den Einbruch: «Wir haben nach dem grossen Vorsprung etwas den Fokus verloren», sagt die 29 Jahre alte Walliserin.

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