Indoor Sports Supercup 2017

Vaterfreuden und Revanchegelüste

11.07.2017

Der Indoor Sports Supercup im Unihockey am 2. September steht im Zeichen zweier Duelle: Bei den Männern trifft der entthronte Meister GC Zürich auf den amtierenden Champion SV Wiler-Ersigen, bei den Frauen stehen sich Michelle Wiki (UHC Dietlikon) und Corin Rüttimann (Piranha Chur) erneut gegenüber – wie schon im vergangenen April beim schwedischen Meisterschafts-Final.

Wird im Herbst Vater: Rekordnationalspieler Matthias Hofbauer (links). (Bild: Fabian Trees)

Womöglich hat Matthias Hofbauer von Schweizer Meister SV Wiler-Ersigen oder Christoph Meier von Cupsieger GC Zürich nach dem Indoor Sports Supercup am kommenden 2. September doppelten Grund zur Freude: Die Unihockey-Kumpels aus dem Nationalteam blicken Vaterfreuden entgegen. «Vielleicht verpassen wir gleich beide den ersten Saisonhöhepunkt. Die Geburtstermine sind Mitte September», sagt Hofbauer und lacht. Der 36 Jahre alte Berner, mit 168 Länderspielen (125 Tore/107 Assists) Schweizer Rekordnationalspieler, freut sich schon jetzt darauf, gegen den entthronten Meister GC Zürich eine erste Standortbestimmung vorzunehmen. «Es wird ein spezieller Match, bestreiten wir unsere Vorbereitung doch vornehmlich im Ausland.» Die Unteremmentaler stellen die neue Saison denn auch unter das Motto: «SV Wiler-Ersigen on tour». Der nunmehr elffache Schweizer Meister nimmt Mitte August am Czech Open in Prag teil, danach reist er an ein dreitägiges Einladungsturnier in die südschwedische Universitätsstadt Växjö. Anfang Oktober fliegt die Mannschaft des SV Wiler-Ersigen dann nach Finnland, wo in Seinäjoki der Champions Cup stattfindet.

Hochkarätige Transfers


Wiler-Ersigen und GC Zürich präsentieren sich am dritten Indoor Sports Supercup in der Saalsporthalle Zürich in einem neuen Kleid. Cheftrainer Thomas Berger obliegt die reizvolle Aufgabe, arrivierte Spieler wie Joel Krähenbühl (Tigers Langnau), Daniel Johnsson (Helsingborg/Sd) und Nicola Bischofberger (Falun/Sd) ins Meisterteam einzubauen. Auch GC-Headcoach Luan Misini konnte im Sommer zwei Unihockey-Koryphäen begrüssen: Die Schweizer Nationalspieler Nico Scalvinoni (von Dalen/Sd) und Claudio Laely (Alligator Malans) werden das Spiel der Grasshoppers ohne Frage verstärken. Für Matthias Hofbauer hat der Indoor Sports Supercup einen hohen Stellenwert: «Ich mag mich noch gut an die Premiere vor zwei Jahren erinnern. Damals besiegten wir Cupsieger Alligator Malans 6:2. Gleich zum Saisonauftakt einen Titel zu gewinnen, gibt Moral für den weiteren Meisterschaftsverlauf.»


Rückkehrerin aus Schweden: Michelle Wiki (Mitte) schiesst ihre Tore in der kommenden Saison für Doublegewinner UHC Dietlikon. (Bild: Indoor Sports)

Wieder das Duell Wiki – Rüttimann

Das Frauenspiel zwischen Doublegewinner UHC Dietlikon und Piranha Chur wird zu einer besonderen Affiche: Beim ersten Saisonhöhepunkt stehen sich Michelle Wiki (neu bei Dietlikon) und Corin Rüttimann (neu bei Piranha Chur) erneut gegenüber – wie schon im vergangenen April beim schwedischen Meisterschafts-Final in der Stockholmer Globen-Arena vor 10’689 Zuschauern. Damals feierte Rüttimann mit IKS Umeå gegen Wikis Verein Kais Mora einen feinen 4:1-Erfolg. Der Triumph in der weltbesten Frauen-Liga stellt für Rüttimann den Höhepunkt ihrer Karriere dar. «Die Stimmung in der Halle war elektrisierend», sagt die 25 Jahre alte Center-Spielerin. Eine spezielle Szene bleibt Rüttimann in lebhafter Erinnerung: «Michelle Wiki konnte einen ihr zugespielten Pass nicht unter Kontrolle bringen, der Ball hüpfte über die Bande. In diesem Moment sagte sie: ‹Hoppla›. Ich musste lachen, als ich ihren schweizerdeutschen Ausdruck hörte. Ich war wohl die einzige Person in der Halle, die ihn verstand.» Drei Schweizer-Meister-Titel hat die Ausnahmekönnerin zuvor mit Piranha Chur gewonnen, zweimal stand Rüttimann im WM-Allstar-Team (2011 und 2015). In der abgelaufenen Saison liess sich die Bündnerin in 35 Spielen 58 Skorerpunkte (33 Tore, 25 Assists) gutschreiben, was Platz 6 im schwedischen Topskorerinnen-Ranking bedeutet. Rüttimann kehrt unter anderem in ihre Heimat zurück, weil sie beim Würth-Konzern, wo sie bereits die KV-Lehre gemacht hatte, eine interessante Stelle antreten kann.

In Schweden alle fünf Partien verloren

Wiki sinnt auf Revanche. «Ich habe während meiner Zeit bei den schwedischen Klubs Uppsala und Kais Mora alle fünf Ernstkämpfe gegen Corin Rüttimann verloren. Es wird Zeit, diese Serie zu beenden», sagt die 27 Jahre alte Flügelstürmerin des Schweizer Nationalteams, die an der WM 2015 in Finnland in der gleichen Linie wie Rüttimann gespielt hat und mit ihr zusammen die Bronzemedaille gewann. Sie sei gespannt, wie sich ihr Team, Titelverteidiger am Indoor Sports Supercup, präsentiere, meint Wiki. Die angehende Anwältin bezeichnet den ersten Titelkampf der Saison als wichtige Standortbestimmung. «Nach dem Spiel wissen wir, in welche Richtung es gehen wird.» Die grosse Abwesende im Frauen-Klassiker heisst Linn Lundström – die dreifache Weltmeisterin aus Schweden und letztjährige Dietlikon-Kapitänin hat ihre Karriere nach dem Gewinn des Schweizer-Meister-Titels gegen Piranha Chur beendet.

Der Spielplan

Samstag, 2. September 2017, Saalsporthalle Zürich

Unihockey

15.30 Uhr    Frauen: UHC Dietlikon – Piranha Chur
19.00 Uhr    Männer: SV Wiler-Ersigen – GC Zürich

Sonntag, 3. September 2017, Saalsporthalle Zürich

Handball

14.00 Uhr    Frauen: LC Brühl – LK Zug
16.30 Uhr    Männer: Kadetten Schaffhausen – Wacker Thun

Samstag, 7. Oktober 2017, St. Leonhard-Halle Freiburg

Volleyball
15.00 Uhr    Frauen: Volero Zürich – Sm’Aesch-Pfeffingen
18.00 Uhr    Männer: Volley Amriswil – Biogas Volley Näfels

Sonntag, 8. Oktober 2017, St. Leonhard-Halle Freiburg

Basketball

13.00 Uhr    Frauen: Hélios VS Basket – BC Winterthur
16.00 Uhr    Männer: BBC Monthey – Lions de Genève

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