Indoor Sports Supercup 2016

«Ich möchte mit Indoor Sports auf den Bundesplatz»

16.08.2016

Wer sichert sich den ersten Titel der neuen Saison? Der zweigeteilte Supercup liefert die Antworten. Beat Ackermann, Geschäftsführer von Indoor Sports, erklärt, weshalb der prestigeträchtige Anlass nicht mehr an einem Wochenende stattfindet. Der 47 Jahre alte Berner lässt sich von der NHL Winter Classic inspirieren – er will auf dem Bundesplatz Meisterschaftsspiele im Freien durchführen.

Stars und Sternchen: Beat Ackermann, Geschäftsführer von Indoor Sports, freut sich auf gut gefüllte Hallen, wenn sich die Giganten des Hallensports am Supercup zum ersten Mal in dieser Saison einem breiten Publikum präsentieren. (Bild: Sascha Hähni)

Im September 2015 hat Indoor Sports im Hallenstadion Zürich den ersten gemeinsamen Supercup der vier Hallensportarten Basketball, Handball, Unihockey und Volleyball organisiert. Ein Jahr später wird der Anlass zweigeteilt – Anfang September kämpfen in der Saalsporthalle in Zürich die Unihockeyaner und die Handballer um die erste Trophäe in der neuen Saison, einen Monat später wird in der St. Leonhard-Halle in Freiburg im Volleyball und Basketball um die prestigeträchtige Auszeichnung gespielt. Im Interview spricht Beat Ackermann, Geschäftsführer von Indoor Sports, über die Gründe der Splittung, über den neuen Fernsehvertrag und über eine verlockende Idee.

Der Supercup wird in diesem Jahr zweigeteilt. War das Hallenstadion Zürich für diesen Anlass eine Nummer zu gross?
Beat Ackermann: Der Supercup ist eine einzigartige Idee. Es gibt auf der ganzen Welt keine Sportveranstaltung, die acht Titelträger aus verschiedenen Sportarten an einem Anlass kürt. Für die Weltpremiere im vergangenen Jahr wollten wir für den Supercup die beste Plattform – das Hallenstadion ist das beste Stadion der Schweiz. Genau dieses Zeichen wollten wir mit der Wahl des Austragungsortes setzen.

Am Supercup-Wochenende vor einem Jahr verfolgten knapp 7000 Zuschauer die acht Spiele der Veranstaltung. Ist das nicht eine bescheidene Kulisse?
Es war ein grossartiger Anlass! Wir durften spannende, intensive Partien in einer tollen Atmosphäre mitverfolgen. Für viele Sportler und Sportlerinnen war es zugleich die grösste Kulisse, die sie bis anhin erlebt hatten. Wir waren zufrieden, insbesondere da es sich um eine Erstveranstaltung handelt, die im Moment noch nicht jene sportliche Relevanz hat, die wir uns dereinst wünschen. Wir waren auch sehr zufrieden mit der Präsenz im Fernsehen und in den anderen Medien. Der Supercup gilt für die Mobiliar, Presenting Partner von Indoor Sports, als Paradebeispiel, wie ein Event eine hohe Medienresonanz nach sich ziehen kann.

Weshalb wird der Anlass dann zweigeteilt?
Die Splittung erfolgt auf Wunsch der Verbände. Basketball, Handball, Unihockey und Volleyball starten zu unterschiedlichen Zeitpunkten in die Saison. Deshalb macht es Sinn, den Termin für den Supercup an den Meisterschaftsauftakt anzupassen. Im vergangenen Jahr fand der Supercup am 5./6. September statt – sechs Wochen vor dem Start der Volleyball-Meisterschaft. Einige Teams hatten ihre Kader zu diesem Zeitpunkt noch nicht komplett zusammen.

Mit wie vielen Zuschauern wären Sie heuer zufrieden?
Wir hoffen erneut auf eine tolle Kulisse für den Kampf der Giganten im Schweizer Hallensport. Ich bin zuversichtlich, dass wir uns auf gut gefüllte Hallen freuen dürfen. Zudem können wir dank der Mobiliar, Hauptsponsorin des Supercups, allen Mitgliedern von Klubs, die Swiss Basketball, dem Schweizerischen Handball-Verband, swiss unihockey oder Swiss Volley angeschlossen sind, einen Rabatt von 50 Prozent auf den Ticketpreis offerieren.

Weshalb findet der Supercup nicht in der Weihnachtspause statt – das Interesse der Medien und der Zuschauer am Meisterschaftsbetrieb wäre dannzumal höher als vor dem Saisonstart?
Allenfalls wäre das der Fall. Für 2016 haben wir gemeinsam mit unseren Partnern entschieden, den Supercup als Start in die neue Saison zu lancieren.

Welche mittelfristigen Ziele verfolgt Indoor Sports mit dem Supercup?
Indoor Sports braucht eigene Plattformen wie jene des Supercups, um mehr Reichweite zu generieren. Nehmen wir die National Hockey League als leuchtendes Beispiel: Die NHL prosperiert – nicht zuletzt dank selbst kreierten Anlässen wie die Winter Classic (Freiluft-Eishockeyspiel in einem Baseball- oder Football-Stadion, die Red). Natürlich hinkt der Vergleich mit der NHL – aber er inspiriert mich.

Was verpasst der Zuschauer, wenn er nicht zum Supercup kommt?
Er verpasst Emotionen, Spitzensport und die Vergabe des ersten Titels der neuen Saison. Der Supercup steht sportlich ganz im Zeichen der möglichen Revanchen. In fünf der acht Partien kommt es zu einer Neuauflage des Playoff-Finals. Das wird spannend!

Haben Sie das Rahmenprogramm im Vergleich zum Vorjahr verändert?
Wir haben das Rahmenprogramm anders ausgerichtet. Die Showelemente wurden etwas zurückgefahren. Dafür rückt der Sport noch stärker in den Fokus: Am Vormittag bieten neu die Mobiliar Kids Days Kindern und Jugendlichen die Gelegenheit, sich für den Hallensport zu begeistern. Die Teilnehmenden können in einem eigens entwickelten Parcours die vier Sportarten Basketball, Handball, Unihockey und Volleyball kennenlernen.

Swiss Volley denkt darüber nach, am Supercup für den Weltvolleyverband FIVB eine neue Zählweise zu testen. Könnte diese Regeländerung womöglich mehr Medienvertreter anlocken?
Ja, das könnte sein. Die Medien hätten so einen zusätzlichen Aufhänger. Allerdings sind die Begegnungen am Supercup offizielle Titelspiele der vier Sportverbände Swiss Basketball, Schweizerischer Handball-Verband, swiss unihockey und Swiss Volley. Wir wollen die sportliche Relevanz des Supercups erhöhen. An Titelspielen neue Regeln zu testen, erachte ich daher, besonders für die teilnehmenden Spitzenmannschaften, als problematisch.


Beat Ackermann, der Visionär: «Ich habe tausend Ideen im Kopf. Jeden Tag kommt eine neue dazu.» (Bild: Sascha Hähni)

Indoor Sports schloss im vergangenen März mit der SRG einen Fernsehvertrag ab. Die SRG hat alle Entscheidungsspiele in den vier Hallensportarten produziert und zeigte diese Partien live auf ihren Onlineplattformen srf.ch, rts.ch und rsi.ch sowie auf indoorsports.ch. Zudem wurden die Unihockey-Superfinals direkt im Fernsehen übertragen – ein Quantensprung für Indoor Sports?
Es ist ein grosser Schritt. Wir haben es als Dachmarke geschafft, mit der SRG einen TV-Vertrag abzuschliessen. Das war nur möglich, weil wir das Beste aus dem Hallensport bündeln konnten. Wir konnten als starke Einheit mit über 100 000 Lizenzierten im Rücken verhandeln. Für die kommende Saison setzten wir uns stark dafür ein, dass auch die Präsenzzeit in den Struktursendungen des Schweizer Fernsehens weiter erhöht wird. Der Hallensport hat das verdient!

Welche Rolle spielt Indoor Sports für die Zukunft der vier Hallensportarten Basketball, Handball, Unihockey und Volleyball?
Im Moment ist Indoor Sports eine Vermarktungsplattform mit dem Ziel, potenziellen Partnern ein innovatives Produkt anzubieten. Für die sportliche Entwicklung sind die Verbände zuständig. Unser gemeinsames Anliegen ist es, Kinder für Basketball, Handball, Unihockey und Volleyball zu begeistern. Mit dem Topskorer-Modell der Mobiliar und den Kids Days betreiben wir direkte Nachwuchsförderung. Flankiert werden diese Bestrebungen von einem attraktiven Newsportal. Auf indoorsports.ch wollen wir dem Hallensport ein Gesicht geben. Mit aktuellen Storys, Porträts, Vorschauen, Nachbetrachtungen, Interviews, Video-Clips, Hintergrundberichten und Wettbewerben möchten wir näher ran gehen an die Sportler, Vereine und Fans. Auch in den sozialen Netzwerken sind wir aktiv.

2012 fanden im Rahmen der Swiss Mobiliar Games in Bern attraktive Begegnungen im Handball, Unihockey und Volleyball statt. Unter anderem wurde die schwedische Superligan-Saison mit dem Spiel Stovreta IBK gegen Warberg IC eröffnet. Über 3000 Zuschauer verfolgten die Ouvertüre. Plant Indoor Sports wieder so einen Event – ein Handballspiel zwischen zwei Bundesligisten vielleicht? Oder einen Volleyball-Match zwischen zwei italienischen Teams?
Ich bekomme gleich wieder Gänsehaut, wenn ich an diesen Event zurückdenke. Wir hätten die Halle mehrfach füllen können. Innert Stunden waren die 3000 Tickets verkauft. Die beste Unihockey-Liga der Welt kam nach Bern, um die Saison zu eröffnen. Ist das nicht eine grossartige Sache?

Das kann man sagen. Aber zurück zur Frage: Plant Indoor Sports wieder so einen Event?
Schwärmen darf ja noch erlaubt sein (schmunzelt). Ich habe eine Vision: Ich möchte mit Indoor Sports auf den Bundesplatz und dort, im Herzen von Bern, Meisterschaftsspiele in allen vier Hallensportarten durchführen – vor 3000 Zuschauern und in Anwesenheit des Sportministers. So würden wir einen Medien-Hype erzeugen (lacht).

Einen Hallensportanlass im Freien durchzuführen – beisst sich das nicht?
Nein, das beisst sich nicht. Wie schon erwähnt, die NHL Winter Classic zieht die Zuschauer in Scharen an. 2014 kamen 105 491 Zuschauer ins Michigan Stadium in Ann Arbor – Weltrekord-Kulisse für ein Eishockeyspiel. Ich möchte mit den vier Hallensportarten auf den Bundesplatz, um ihre Präsenz zu erhöhen. Nur darum geht es mir. Dann habe ich noch eine andere Vision.

Erzählen Sie.
Mir schwebt der Bau einer eigenen Halle vor, in der Indoor Sports seine grossen Spiele durchführen könnte. Ich habe tausend Ideen im Kopf. Jeden Tag kommt eine neue dazu.

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